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Du bist hier: Startseite » Streichen und Lackieren » Industrieller Lotuseffekt – Technik aus der Natur

Die Bionik ist ein Fachbereich der Naturwissenschaft, der sich mit Phänomenen aus der Natur befasst, die technisch genutzt werden sollen. Die Form von Flugzeugtragflächen, Klettverschlüsse oder der Lotuseffekt – all das wurde von Naturphänomenen abgeleitet und wird mittlerweile industriell genutzt.

Lotusbüten haben im asiatischen Bereich eine große Bedeutung. © Mariocopa / pixelio.de

Doch was ist der Lotuseffekt überhaupt? Bei Lotus-Pflanzen wurde bereits im 9.Jahrhundert die stark wasserabweisende Wirkung der Blätter erkannt, die dafür sorgt, dass das Wasser abperlt und die Pflanze nicht durch schädliche Organismen befallen werden kann. Deswegen gilt sie bis heute als Symbol der Reinheit, besonders im asiatischen Raum. In diesem Artikel auf Maler-Experte.de soll es darum gehen, wie der Lotuseffekt industriell genutzt wird und wie er Einzug in den Malerbedarf, beispielsweise beim Fassadenanstrich, hält.

Wie funktioniert der Lotuseffekt?

Der Lotuseffekt ist durch eine stark hydrophobe, wasserabweisende Wirkung gekennzeichnet, die im nanostrukturellen Aufbau der Blätter bedingt liegt. Dadurch wird die Kontaktfläche vom Wasser zum Lotosblatt minimiert und das Wasser kann leichter abperlen und nimmt somit Schmutzpartikel mit. Der Lotuseffekt bezeichnet also nicht nur die wasserabweisende Wirkung, sondern außerdem die Fähigkeit zur Selbstreinigung.

Wie wird der Lotuseffekt industriell genutzt?

Seit den 1980er-Jahren wird der Lotuseffekt industriell genutzt, beispielsweise beim Streichen von Fassaden. Es existieren diverse Schutzanstriche, die wasser- und schmutzabweisend sind. Diese eignen sich auch für eine Altbausanierung und verändern nichts an der ursprünglichen Fassadengestaltung, da der neue Anstrich nur auf die bereits bemalte Fassade aufgetragen wird. Ein Schutzanstrich, der auf Basis des Lotuseffekts funktioniert, kann also vor einer frühzeitigen Fassadensanierung schützen.
Ein anderer Verwendungszweck ist beispielsweise die Beschichtung von Bootsrümpfen, damit diese besser durchs Wasser gleiten und der Widerstand geringer ist. Diese Technik wurde auch bei Badeanzügen verwendet, bei Wettbewerben jedoch schnell wieder verboten, da der Vorteil gegenüber anderen Wettkämpfern zu groß war. Auch selbstreinigende Textilien sind in der Entwicklung.
Diese sogenannten superhydrophoben Materialien sind also vielfältig einsetzbar.

Fazit

Der industrielle Lotuseffekt wird an vielen verschiedenen Einsatzstellen verwendet. Besonders im Malerbedarf macht ein Schutzanstrich mit Lotus-Effekt Sinn, da so umfassenden und kostenintensiven Sanierungen, die bei eindringender Feuchtigkeit beispielsweise durch Schimmel entstehen können, vorzubeugen. Der industrielle Lotuseffekt ist ein Paradebeispiel für die Bionik, in der Naturphänomene sinnbringend technisch umgesetzt werden.

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