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Du bist hier: Startseite » Mauertrockenlegung » Mauerwerk trocken legen – Verfahren im Überblick

Feuchte Mauern führen einerseits zu sichtbaren Schäden wie Schimmel und andererseits zu versteckten Nachteilen, beispielsweise zu steigenden Energiekosten. Mit welchen Verfahren Sie Ihr Mauerwerk trocken legen lassen können und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, erfahren Sie hier!

Rohrbrüche, Starkregen, Hochwasser, Überschwemmungen, aufsteigendes Grundwasser, Kondensation innerhalb des Mauerwerks durch Klimaanlagen oder falsches Lüftungs- und Heizverhalten sind mögliche Ursachen für erhöhte Feuchtigkeit in der Mauer. Es ist in solche einem Fall von großer Bedeutung, das Mauerwerk trocken zu legen und den Folgen feuchter Mauern entgegenzuwirken. Denn die oben genannten Ursachen führen unter anderem zu Schimmelbildung oder Putzabsprengungen sowie zu steigenden Energiekosten und Beschädigungen der Bausubstanz. Mithilfe verschiedener Verfahren kann das weitere Eindringen beziehungsweise Aufsteigen von Feuchtigkeit verhindert werden; die eigentliche Trocknung einer bereits feuchten Mauer findet jedoch durch Verdunstung statt und kann viele Jahre andauern. Sie können diesen Prozess allerdings durch die Mauerwerkstrockenlegung und durch richtiges Belüften oder Heizen begünstigen.

Mauerwerk trocken legen: Welche Verfahren gibt es?

In den folgenden Absätzen werden verschiedene Verfahren beschrieben, die angewendet werden, um ein Mauerwerk trocken zu legen: Die Horizontalsperre, die Vertikalsperre und die umstrittene Elektroosmose.

Mauerwerk trocken legen durch Horizontalsperre

Eine Horizontalsperre verhindert, dass Wasser von unten in die Mauer eindringen und dort aufsteigen kann. Hier wird hauptsächlich von drei Verfahren Gebrauch gemacht:
 Rammverfahren: Edelstahlbleche werden beispielsweise mit einem Luftdruckhammer in die Mauerwerksfuge gerammt. Wichtig hierbei ist es, dass die Fuge horizontal über die gesamte Fläche der Mauer reicht, damit keine Lücken entstehen, durch die das Wasser weiterhin eindringen kann!
 Mauersägeverfahren: Die Mauer wird mit einer Mauersäge (diese ähnelt einer Kettensäge) aufgetrennt. Anschließend erfolgt das Einbringen einer Dichtungsbahn aus Kunststoff, Schiefer oder bitumenkaschierter Metallfolie.
 Injektionsverfahren: Silikate oder Silikone werden durch schräg in die Mauer gebohrte Löcher eingeführt, um so eine Feuchtigkeitssperre zu bilden. Die Löcher werden in geringen Abständen und höhenversetzt gesetzt.

Wenn Sie auf diese Weise Ihr Mauerwerk trocken legen möchten, ist es wichtig, die Arbeit von einem Fachhandwerker ausführen zu lassen. Es handelt sich um schwere Eingriffe in die Bausubstanz, welche die Standfestigkeit des Mauerwerks beeinträchtigen können. Daher sollten Sie gegebenenfalls vor den Arbeiten einen Statiker zurate ziehen!

Bei der Vertikalsperre ist Vorsicht geboten!

Eine Vertikalsperre dient dem Schutz vor eindringender Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft. Beim Errichten einer solchen Sperre werden hauptsächlich zwei Methoden angewendet:

  • das Auftragen einer wasserdichten Schicht durch Sperrputz oder einen Bitumenanstrich
  • der Einbau oder die Erneuerung der Außendämmung aus geeignetem Material

Achtung:
Diese Verfahren der Mauerwerkstrockenlegung dürfen nur angewendet werden, wenn eine wirksame Horizontalsperre vorhanden ist, da eine Vertikalsperre auch die Verdunstung der Feuchtigkeit aus der Mauer beeinträchtigt oder sogar verhindert. Wasser könnte ansonsten also unter Umständen weiter und schneller ansteigen und zu schweren Schäden in der Bausubstanz führen.

Elektroosmose

Sie können Ihr Mauerwerk auch trocken legen lassen, indem Sie das elektrophysikalische Prinzip der Elektroosmose anwenden lassen. Mithilfe einer Spannung, die durch an der Wand angebrachte Elektroden erzeugt wird, soll die Feuchtigkeit aus der Mauer geleitet werden. Allerdings ist dieses Verfahren sehr umstritten.

Mauerwerk trocken legen lassen – Jede Methode hat ihren Preis!

Die Kosten einer Mauerwerkstrockenlegung fallen je nach Verfahren sehr unterschiedlich aus. Wie bereits geschildert stellt das Errichten einer Horizontalsperre besonders beim Ramm- und Mauersägeverfahren einen schweren Eingriff in die Bausubstanz dar. Pro Quadratmeter Wandquerschnitt sollten Sie daher 200 bis 400 € für das Rammverfahren und 350 bis 500 € für das Mauersägeverfahren einplanen. Das Injektionsverfahren liegt in etwa zwischen 150 und 250 € pro Quadratmeter. Die Beschichtung der Wand mit Sperrputz oder einem Bitumenanstrich bei der Anlegung einer Vertikalsperre kostet zwischen 20 und 45 €.

Die relativ hohen Kosten lohnen sich, denn ein trockenes Mauerwerk ist unverzichtbar für die Langlebigkeit und Stabilität der Bausubstanz sowie für Ihre Gesundheit!

Fazit

Feuchte Mauern stellen ein Risiko für die Bausubstanz und für Ihre Gesundheit dar! Es ist daher von großer Bedeutung, sein Mauerwerk trocken legen zu lassen. Dies ist mithilfe unterschiedlicher Verfahren möglich, die alle ein fachgenaues Arbeiten erfordern, da es sich teilweise um schwerwiegende Eingriffe in die Mauersubstanz handelt.

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