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Recht

Handwerksordnung novelliert - © geralt by pixelio.de

Die Handwerksordnung ist das wichtigste Dokument, welches das deutsche Handwerk regelt. Gleichzeitig besitzt die Weisung den Charakter eines Gesetzestextes. Sie trat 1953 in Kraft und wurde seither in regelmäßigen Abständen überarbeitet. Die letzte größere Änderung wurde 2004 durch den Bundestag verabschiedet.

Diese Novellierung der Handwerksordnung war ein großer Einschnitt in die bis dato geltenden Regelungen. Es wurde eine grundsätzliche Einteilung der Handwerksberufe in zulassungspflichtigen und zulassungsfreien Berufen unternommen. Zulassungspflichtige Handwerke unterliegen der Meisterpflicht. Dies bedeutet, dass nur Handwerksmeister oder ihnen Gleichgesetzte entsprechende Betriebe leiten dürfen. Zulassungsfreie Handwerke unterliegen diesem Zwang nicht. Dadurch wird eine Existenzgründung in diesem Segment deutlich vereinfacht, da sich auch erfahrenen Gesellen selbstständig machen können.

Von den ursprünglich 94 zulassungspflichtigen Handwerken wurden 2004 53 als zulassungsfreie Berufe eingestuft. Lediglich 41 Berufe, darunter auch das Handwerk der Maler und Lackierer, bleiben weiterhin den Meistern vorbehalten. Gold- und Silberschmiede, Uhrmacher oder Graveure unterliegen seitdem nicht mehr der Meisterpflicht.

Kritik an der neuen Handwerksordnung

Die Überarbeitung der Handwerksordnung stieß allerdings auf große Kritik aus den Reihen der Gewerkschaften, Innungen, Handwerkskammern, Dach- und Fachverbände. Das Handwerk befürchtete einen großen Imageschaden. Gleichzeitig wurde negativ angemerkt, dass der Stellenwert der Handwerksmeister mit diesem Gesetz deutlich reduziert wird. Die Fachverbände reagierten darauf mit unterschiedlichen Image- und Werbekampagnen, die nicht nur zum Ziel hatten, die Öffentlichkeit über die Folgen der Novellierung zu informieren, sondern auch die nationalen Handwerksbetriebe zu unterstützen.

Eine wirkungsvolle Kampagne gegen die neue Handwerksordnung ist die Initiative „Meisterhaft“ der Deutschen Bauwirtschaft. Dieses Qualitätssiegel wird an Meisterbetriebe ausgegeben, die sich regelmäßigen Weiterbildungen und Qualitätsüberprüfungen stellen. Das Siegel wird in 3 Stufen ausgegeben, die dem Kunden die Kompetenz der Unternehmen vor Augen führen sollen. Auch zahlreiche Innungen und Dachverbände haben sich der Initiative angeschlossen und unterstützen durch Aufklärungsveranstaltungen und Mitgliederwerbung.

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