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Du bist hier: Startseite » Streichen und Lackieren » Positives versus negatives Beizen: Das sind die Unterschiede

Das Beizen ist die spezielle Bearbeitung von Holzoberflächen zum Schutz vor Schimmel. Durch das Beizen von Holz kann man den natürlichen Farbton oder die Holzmaserung hervorheben, aber auch eine komplett neue Färbung erreichen, beispielsweise um die Tönung unterschiedlicher Holzarten aneinander anzugleichen.

Unterschieden wird dabei zwischen dem positiven und dem negativen Beizen: Das Positivbeizen wird bei allen Nadelhölzern sowie bei Eichen-, Eschen- und Kirschbaumholz angewendet. Der hohe Anteil von Lignin in den Zellwänden der Hölzer reagiert mit dem Beizmittel. Diese chemische Reaktion bewirkt eine Farbveränderung des Holzes, die durch diverse Zusatzstoffe noch betont oder aber abgeschwächt werde kann.

Das Negativbeizen ist eigentlich ein Färben des Holzes, das bei allen Holzarten möglich ist. Frühholz in der Natur ist heller als die dunklen Linien des Spätholzes; durch das Beizen ändert sich die Intensität der Farbe, da das Frühholz die Farbe viel besser aufsaugt. So entsteht ein Negativbild, das dem Verfahren seinen Namen gegeben hat. Nachteilig an der Farbstoffbeize ist, dass hauptsächlich fertige Farbstoffe auf der Oberfläche gelagert werden und diese somit weniger kratzfest ist.

Schließlich gibt es noch eine dritte Möglichkeit: Als Kombinationsbeize wird in der Fachliteratur das Anwenden von positiver sowie negativer Beize verstanden. Im Fachhandel hingegen wird unter dem Namen „Kombinationsbeize“ ein Präparat aus Farbstoffbeize und Überzugsmittel hergestellt. Mehr zum Beizen von Holz im Allgemeinen lesen Sie hier.

Richtig beizen: So geht‘s

Meist wird sowohl beim Positiven als auch beim negativen Beizverfahren die Oberfläche des Materials mit einem Pinsel gestrichen, wahlweise kann die Beizmischung aber auch gespitzt oder mit einem Stoffballen aufgetragen werden. Das Beizmittel wird zuerst in Richtung der Holzmaserung aufgetragen, anschließend quer zum Faserverlauf und abschließend nochmals längs gestrichen.

Achtung: Achten Sie darauf, einen Pinsel ohne Eisengehalt zu verwenden, da dieser mit dem Beizmittel eine chemische Reaktion eingeht, welche das Farbergebnis beeinflusst!

Das Auftragen von Beize muss sehr sorgfältig ausgeführt werden, da schon kleine Spritzflecken dauerhaft sichtbar bleiben. Das positive Beizmittel ist nach 6 bis 12 Stunden trocken, darf aber während der Einwirkzeit keinen Temperaturschwankungen oder Luftbewegungen ausgesetzt sein. Die Negativbeize benötigt zwei Stunden Trocknungszeit, Wasserbeize sechs Stunden und Wachsbeize 10 Stunden, bis die Holzoberfläche trocken ist. Übrigens: Um die gebeizten Gegenstände dauerhaft vor Schimmel zu schützen, sollte auf eine zusätzliche Behandlung mit Ölen, Wachs oder Klarlack nicht verzichtet werden.

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