RSS:Artikel

Du bist hier: Startseite » Malerhandwerk aktuell, Streichen und Lackieren » Stuckateur als Ausbildungsberuf

Aufgabenbereich für den Stuckateur

Aufgabenbereich für den Stuckateur - © der.poldy by pixelio.de

Während in den 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts Stuck als zu verspielt und altmodisch angesehen wurde, erfährt diese künstlerische Veredelung der Innenwände in der Moderne wieder eine Renaissance. Viele Eigenheimbesitzer engagieren einen Stuckateur, um sich die eigenen 4 Wände verschönern zu lassen. Dabei kommen die Fachleute vorwiegend bei historischen Gebäuden und Altbauten zum Einsatz. Stuckateure sind allerdings nicht nur damit beschäftigt, Verzierungen im Innenbereich anzubringen. Auch Fassaden werden durch die Spezialisten mit Ornamenten, Verzierungen oder Formen individualisiert.

Die Tätigkeit des Stuckateurs ist ein anerkannter Handwerksberuf und unterliegt der deutschen Handwerksordnung. Die Ausbildung dauert in der Regel 36 Monate und wird im dualen Ausbildungssystem absolviert. Dabei werden die Lehrlinge im Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule ausgebildet.
Die praktischen Schwerpunkte des Stuckateurs liegen in erster Linie beim Umgang, der Erzeugung und der Verarbeitung von Stuck. Dabei ist besonders Fingerspitzengefühl gefragt. Die Stuckteile werden meist in den Werkstätten hergestellt. Nur selten formt der Stuckateur die Teile in filigraner Kleinarbeit auf der Baustelle.

Stuckateure in der Vergangenheit

Häufig können die Werke der Stuckateure an den Verzierungen in Kirchen bewundert werden. Besonders im Rokoko und Barock war der Beruf des Stuckateurs hoch angesehen. Auch im Klassizismus wurden die Handwerker zur Veredelung repräsentativer Häuser, Empfangshallen und überwiegend weltlicher Gebäude benötigt. Bereits damals arbeiteten sie, wie auch heute noch, eng mit den Malern und Bildhauern zusammen. Dadurch ist es möglich, Wandmalereien und Fresken mit dem Stuck zu verbinden. Die bekanntesten Stuckateure im deutschsprachigen Raum gingen im 17. und 18. Jhd. aus der Wessobrunner Schule hervor.

Erweitertes Aufgabengebiet des Stuckateurs

Neben der Verzierung von Innenwänden und Fassaden beschäftigt sich der Stuckateur mit dem Verputzen der Wände, dem Aufstellen von Leichtbauwänden, dem Erstellen von Rabitz. Auch die Wärmedämmung eines Gebäudes und der entsprechende Umgang mit einem Wärmedämmverbundsystem gehören zum Aufgabengebiet des Stuckateurs. Zum weiteren Können des Stukkateurs gehört auch die fachkundige Auswahl der Farben mittels Farbkarten und Farbfächern, passend zum Objekt oder zur vorhandenen Substanz. Dazu bedient er sich Farbmusterkarten oder elektronischer Farbfächer.

Die altersunabhängige Vergütung des Stuckateurs ist tariflich festgelegt und in jedem Bundesland unterschiedlich. Durchschnittlich werden diese Handwerker im ersten Lehrjahr mit ca. 600 EURO, im zweiten Jahr mit ungefähr 940 EURO und im dritten Ausbildungsjahr mit 1.180 EURO bezahlt.

© 2010 Maler Experte · RSS:Artikel