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Tapetenkleister

Tapetenkleister ist unverzichtbar beim Tapezieren - © Bredehorn.J by pixelio.de

Bei Tapetenkleister handelt es sich in erster Linie um einen Klebstoff auf der Basis organischer Stoffe. Er dient als Verbundmittel für Tapete und Wand und kann auf zwei grundlegende Arten verarbeitet werden, direkt auf der Wand oder auf der Tapete. Zunächst wurde sogenannter Glutinleim, ein Klebemittel, das aus tierischen Knochen gewonnen wird, verwendet. Dieser wurde jedoch am Ende des 19.Jahrhunderts vom noch heute verwendeten Kleister auf pflanzlicher Basis abgelöst und findet heute in erster Linie nur noch im Instrumentenbau Verwendung. Der pflanzliche Kleister wurde von Ferdinand Sichel, seines Zeichens Maler und Dekorateur, entwickelt und verwendete Stärke als Bindemittel. Diese musste lediglich vor der Verarbeitung in heißem Wasser aufgelöst werden. Der heute gängige Tapetenkleister auf Celluloseetherbasis wird seit der Mitte des 20. Jahrhunderts vertrieben und verwendet. Celluloseether ist eine chemische Verbindung, die in Verbindung mit kaltem Wasser eine zähflüssige Lösung bildet.

Tapetenkleister und seine Anwendungsgebiete

Normale Papiertapeten, wie Raufaser, benötigen lediglich einen Tapetenkleister mit mittelstarker Haftung. Daher reicht der klassische Methylcellulosekleister vollkommen aus, auch ein selbst gemischter Kleister auf der Basis von Pflanzenstärke ermöglicht einen ausreichenden Halt. Es gibt jedoch Tapete, wie die Fototapete, die aufgrund ihres Eigengewichtes den Einsatz eines stärker haftenden Klebers erforderlich macht. Diesem Spezialkleister werden daher chemische Stoffe, wie Kunstharze oder Weichmacher, hinzugefügt. Diese erhöhen die Klebewirkung, sind jedoch nicht so umweltverträglich wie der Celluloseether des Klassikers. Da die organische Grundlage der normalen Tapetenkleister unglücklicherweise eine gute Angriffsfläche für Schimmel bildet, können hier Fungizide beigefügt werden, die jedoch nicht unumstritten sind. Daher sollte ihr Einsatz nur erfolgen, wenn es sich nicht vermeiden lässt.

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